KILL YOUR GRILL & Cool The Sand

Gefahren aus der Tiefe

Feuerstellen, Einweg-Alu-Grills und Feuerschalen am Strand und auf sandigem Untergrund sind oft Ursache schwerer Brandverletzungen, denn sie erhitzen den Sand auf dem sie stehen stark. Von außen nicht sichtbar schwelt die Hitze im Sand noch lange weiter. Noch schlimmer ist es, wenn Feuerstellen mit Sand zugedeckt werden. Die Glut wird konserviert und kühlt nicht ab. Kinder, die im Sand buddeln, aber auch Erwachsene, die barfuss am Strand unterwegs sind können schwerste Verbrennungen erleiden.

Kill Your Grill & Cool the Sand

Kill Your Grill ist eine Initiative, die auf die große Gefahr von nicht gelöschten Grill- und Feuerstellen auf sandigem Untergrund aufmerksam machen soll. Mit beschrifteten Fahnen, bestückt mit Bechern für Löschwasser, und Aufklebern weisen wir auf die Gefahr von nicht gelöschten Grill- und Feuerstellen am Strand hin.

Lösch den Brand, nimm Wasser statt Sand

Sand erstickt zwar die Flammen und löscht so das Feuer, die Glut wird jedoch noch lange konserviert und der Boden unter dem Grill oder der Feuerstelle erhitzt sich auf mehrere hundert Grad. Grill- und Feuerstellen am Strand werden erst mit Wasser vollständig gelöscht und abgekühlt. Das Löschwasser darf natürlich nicht auf brennendes Fett gegossen werden, um Verletzungen durch Stichflammen zu vermeiden. Hier gilt: erst Sand, dann Wasser. Entscheidend ist, das Grillfeuer vollständig zu löschen und nicht unbeaufsichtigt zu lassen, bis die Glut ausgekühlt ist.

Warum machen wir das?

Traurige Aktualität hat dieses Thema bei uns, einem Hamburger Designbüro, im Sommer 2011 mit einem Unfall im Bekanntenkreis erlangt. Ein 2-jähriges Kind hat sich an einer alten Feuerstelle am Hamburger Elbstrand schlimme Verbrennungen an beiden Händen zugezogen. In den zahlreichen Krankenhausaufenthalten hat seine Mutter viele Betroffene kennen gelernt, die sich auf ähnliche Weise verletzt haben. Dieser konkrete Fall hat uns die Augen geöffnet und gezeigt, wie wichtig es ist auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Erste Hilfe

  • Im Falle einer Verbrennung sofort 112 alarmieren, Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten und die verletzte Person ansprechen und beruhigen.

  • Kleinflächige Verbrennungen (z.B. an der Fußsohle) können zur Schmerzlinderung sofort ca. 2 Minuten mit ca. 20°C warmen sauberem Leitungswasser gekühlt werden. Größere Brandwunden nicht kühlen! Es besteht Gefahr der Auskühlung. Eine längere Kühlung mit sauberem Leitungswasser darf nur bei kleinflächigen Brandverletzungen erfolgen. Bei Kindern ist die Gefahr der Auskühlung besonders groß. Deshalb darf hier eine Kühlung nur im Bereich der Extremitäten – bei mehreren Brandwunden zum Beispiel an Füßen und Händen – abwechselnd, erfolgen. Eine Kühlung im Bereich des Rumpfes oder Kopfes kann nicht auf das verbrannte Areal begrenzt werden. Die Gefahr der Unterkühlung ist hier deshalb besonders groß. Wichtig: Nur sauberes Wasser zum Kühlen verwenden und auf keinen Fall Salzwasser.